Ytong oder Porotonziegel wer hat Tipps???


Mitglied seit 24.05.2004
241 Beiträge (ø0,05/Tag)

Hallo Ihr lieben,

wir haben uns jetzt entgültig entschieden ein Massivhaus zu bauen. Nächstes Jahr soll es losgehen. Jetzt stellt sich allerdings die nächste Frage: Sollen wir Ytong oder lieber einen Porotonziegel verwenden. Habt Ihr vielleicht Tipps oder Erfahrungen. Bin für jeden Hinweis dankbar.

Viele Grüße
sunnies33
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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 26.03.2004
993 Beiträge (ø0,2/Tag)

Hallo sunnies33,

mein Haus ist mit Poroton gebaut und ich bin sehr zufrieden damit. Habe noch Dämmung und einen vollen Klinker davor, d.h., im Sommer ist es fast ein Eiskeller Na!, richtig schön kühl und im Winter habe ich sehr wenig Heizkosten.
Die Kosten habe ich damals nicht verglichen, da mir Poroton von mehreren Seiten empfohlen wurde. Einzig die Elektroinstallation war eine Mordsarbeit, das Schlitzemachen für die Kabel geht echt entschieden leichter in Ytong. Aber vielleicht hatten wir auch nicht das richtige Werkzeug damals Welt zusammengebrochen .

Bin mal gespannt, wie Ihr Euch entscheidet...

frag 10 Leute, und Du bekommst 10 Antworten Na!

Liebe Grüße

Knöpflies
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Mitglied seit 24.05.2004
241 Beiträge (ø0,05/Tag)

@Knöpflies

Vielen Dank für Deine Antwort. Hattest Du denn Probleme beim Bohren. Habe neulich gelesen, dass es schon mal sein kann, dass man ein Loch trifft und der Ziegel dann aufbricht. Wäre schön, wenn Du mir dazu mal was schreiben könntest.

LG
sunnies33
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Mitglied seit 24.11.2005
1.495 Beiträge (ø0,34/Tag)

Hallo,

wir haben im vergangenen Jahr gebaut und uns für Ytong entschieden. Ytong ist zwar etwas teurer, hat aber ein paar Vorteile: Es lässt sich deutlich schneller verarbeiten (wird nur geklebt, Zuschneiden geht einfach mit der Bandsäge) und man kann, da Ytong nach dem \"Nut und Feder\"-Prinzip funktioniert, auch als Nicht-Maurer Hand anlegen. Wenn die erste Lage stimmt, dann kann man eigentlich so gut wie nichts mehr falsch machen. Zudem ist Ytong in der Wärmedämmung deutlich überlegen, der Schallschutz ist dafür nicht ganz so gut wie bei Poroton-Ziegelmauerwerk.
Ein weiterer Vorteil: da der Porenbeton kaum Feuchtigkeit aufnimmt, ist der Bau deutlich schneller trocken. Ich würde mich wieder dafür entscheiden.

Viele Grüße

klausarndt
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Mitglied seit 24.11.2005
1.495 Beiträge (ø0,34/Tag)

Habe noch etwas vergessen:

Schlitze stemmen geht bei Ytong eigentlich wie von selbst. Es gibt dafür Fräsen, die die ganze Sache zu einem Kinderspiel machen. Letztlich meinten alle Handwerker, dass die Erfindung von Ytong schon eine sehr feine Sache sei, da die Arbeitszeit auf der ganzen Linie nicht mit Porotonziegeln vergleichbar sei.

Gruß

klausarndt
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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 26.03.2004
993 Beiträge (ø0,2/Tag)

Genau das ist der Punkt, bei Poroton kannst Du nichts fräsen, wir haben gemeißelt, das war eine Mordsarbeit. Manchmal bricht dabei etwas mehr aus dem Stein wie gewollt Na!, aber das war beim Putzen nachher kein Problem, wurde vorher mit Gips zugespachtelt.

Ich würde immer wieder mit Poroton bauen, aber das sagt wohl jeder von seinem Haus.

LG
Knöpflies
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Mitglied seit 24.11.2004
2.929 Beiträge (ø0,62/Tag)

Hallo,

Wir haben unser Haus mit dem T9 von Schlagmann/Wienerberger gebaut. Dieser Porotonstein ist mit Perlite gefüllt und ist einer der best dämmenden Steine die im Moment erhältlich sind. http://baumurks.de/schluesselloch-poroton-t9-02.htm
Sicherlich nicht ganz billig, aber wir sind noch nicht eingezogen und heizen sehr wenig und man merkt einfach welch herrvorragende Dämmwerte der Stein hat. Ich finde man sollte auch an die Zukunft und steigende Heizkosten denken. Der Stein hat auch viele weitere Vorteile die Du aber auf oben genannter Seite alle nachlesen kannst.
Desweiteren würde ich Dir als angehende Bauherrin die Seiten von bau.de uns bauexpertenforum.de empfehlen. Dort kann man sehr sehr viel lernen.

viele Grüsse
Gertrud
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Mitglied seit 24.05.2004
241 Beiträge (ø0,05/Tag)

Hallo Vintoria,

das hört sich ja sehr interessant an. Wobei der Ziegel doch auch schnell ausbrechen kann oder?

Wie ich jetzt auch auf anderen Seiten gelesen habe, ist der Unterschied mit der Wärmedämmung zwischen Ziegel und Ytong nicht mehr so gross!

Keine leichte Entscheidung!

Würde mich freuen noch mehr Meinungen zu lesen!

Bis dann
sunnies33
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Gelöschter Benutzer

Mitglied seit 14.09.2003
13.834 Beiträge (ø2,67/Tag)

Hallo!

Gasbeton nannte man den Y-tong im Osten. Unser Haus habe ich ab der Oberkante Kellerdecke mit dem Gasbeton[ 38 cm ] bauen lassen.

Auch einige Zwischenwände, der Rest aus normal Ziegeln oder Hochlochziegel.

Die Wärmedämmung ist ausgezeichnet, Fugen lassen sich wirklich gut einbringen.
Einen ganz entscheidenden Nachteil hat Y-tong, nämlich die geringere Schalldämmung.

Uns stört es nicht, weil das Haus relativ frei steht und keine störenden Geräusche überhaupt passieren.

Aber ansonsten in enger Bebauung oder an lauten billigen Bauplätzen eher nicht. Dann lieber Poroton, auch wenn es härter zu geht beim Stemmen. Lächeln Stemmen ist eher zu Ende. Lächeln

VG Jürgen und Nancy

Wenn man sein Gewicht halten will, muß man auch mal was essen wenn man keinen Hunger hat!!!!!!!
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Mitglied seit 24.05.2004
241 Beiträge (ø0,05/Tag)

Hallo,

keine weiteren Häuslebauer hier??

LG
sunnies33
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Mitglied seit 22.01.2005
3.946 Beiträge (ø0,84/Tag)

Hallo sunnies33,

nun laß ich hier mal meinen Mann zu Wort kommen. Er ist Bau.Ing.:

Porenbeton (Gasbeton soll man wohl nicht sagen) hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber Ziegel: Die Werbung ist besser.

Ansonsten dürften die großen Vorteile, die man früher bei Porenbeton hatte, vom Tisch sein. Die Wärmedämmung ist mit modernen Steinen der Ziegelindustrie (es gibt nicht nur Poroton, sondern auch andere Gruppierungen, z.B. Unipor, Thermopor) sehr ähnlich dem Porenbeton.

Die Schalldämmung ist bei solchen Ziegelsteinen, z. B. WS12 von Unipor erheblich besser dem von Porenbeton.

Seit einigen Jahren gibt es bei der Ziegelindustrie ebenfalls einen Klebeverfahren, mit dem man, wie bei anderen Kommentaren schon geschrieben, ab der 1. Fuge sehr zügig und idiotensicher arbeiten kann. Hierbei kommt übrigens bei beiden Baustoffen sehr viel weniger Feuchtigkeit aus dem Klebemörtel in die Bauteile.

Für das Schlitzen von Ziegelsteinen kann man sich ebenso wie bei Porenbeton im Baumaschinenhandel eine Schlitzfräse (elektrisch) ausleihen, oder man kauft sich eine im Baumarkt, die sicher so gerade die Baustelle überleben wird. Hierzu noch ein Hinweis: bei der Entscheidung des Baustoffs sollte man allerdings wohl eher Argumente zu Rate ziehen, mit denen man die nächsten Jahre zu tun hat. Den maximalen Mehraufwand von 3 Arbeitsstunden für das Gebäude bei einem Baustoff, wo die Schlitze leichter ausbrechen, spürt man in 5 Jahren sicherlich nicht mehr. Allgemeine Schwächen eines Materials, allerdings auch noch nach 20 Jahren.

Porenbeton nimmt Feuchtigkeit langsamer auf, als Ziegel. Wobei er sich jedoch bei starkem Wasseranfall, z.B. 3 Tage Dauerregen während der Bauzeit, ebenfalls sehr stark mit Feuchtigkeit vollsaugt. Gemäß allgemein anerkannter Untersuchungen braucht Ziegelmauerwerk zum vollständigen Austrocknen nach der Bauzeit, je nach Lüftung, 5 - 8 Monate, wogegen bei Porenbeton von einer Austrocknungszeit von 4 - 5 Jahren gerechnet werden muß. Während der Zeit des Austrocknens erfüllen beide Baustoffe bei weitem nicht die angegebenen Wärmedämmwerte - beim Ziegel gehts nur schneller.

Wie gerade beschrieben, nimmt Ziegel Feuchtigkeit schnell auf und gibt sie auch schnell wieder ab. Dies kommt einem, beim Bewohnen seines Hauses sehr zu Gute. In Schlafräumen, in Bädern und Küchen, hat man immer starken Feuchtigkeitsanfall während kurzer Zeiten. Diese Feuchtigkeit geht beim Ziegel während des normalen Tagesablaufs wieder an die Raumluft zurück, was ein gleichmäßiges Raumklima bewirkt. Der Feuchteanfall hierbei ist allerdings so gering, daß er die oben erwähnten Wärmedämmwerte nicht beeinträchtigt.

Für alle ökologisch Angehauchten (was sicherlich kein Fehler ist) sei zur Herstellung des Porenbetons noch erwähnt, daß zum \"Aufschäumen\" des Betons Aluminiumpulver zugesetzt wird, was man bei stark begrenzten Ressourcen des Aluminiums weltweit durchaus als Ausschlußkriterium ansetzen kann (aber nicht muß).

Abschließend noch Gedanken zur Wärmedämmung: Je besser die Wärmedämmung von Baustoffen wird (sowohl bei Ziegel als auch Porenbeton), desto nötiger wird eine exakte Vermeidung von Wärmebrücken. Kleine Fehler bei Details führen hierbei sehr schnell zum Niederschlag von Feuchtigkeit (feuchte Ecken, schlimmstenfalls Schimmelbildung), weil durch die wesentlich verbesserte Dichtigkeit moderner Häuser die Luftfeuchtigkeit an solchen Stellen wesentlich leichter kondensiert als bei früherer Bauweise. Wer also extrem dichte und hochwärmedämmende Häuser haben möchte, sollte sich eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung leisten und die Fenstergriffe weglassen (sonst überholt der Mensch mit seinen normalen Bedürfnissen die geringfügig besseren Wärmedämmwerte der Baustoffe allein durch Fenster offen lassen bei Frühjahrssonne, dann wäre es Schade um die Mehrkosten für die tollen Steine).

Ich würde sicherlich Steine mit Wärmedämmwert 0,12 oder 0,13 bei einer Mauerdicke von 36,5 cm verwenden (zumind. in der Mitte und Süden Deutschlands), weil ich mir die Märzsonne sicherlich nicht nehmen lasse (allerdings bitte Heizkörper abdrehen).

DerliebeBernd (Göga von derliebenBeate)
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Mitglied seit 24.05.2004
241 Beiträge (ø0,05/Tag)

Hallo DU LIEBER BERND!

vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht. Wir haben und jetzt auch tatsächlich entschieden und zwar für: ZIEGEL!! TA TA! Sich auf dem Boden wälzen vor Lachen

An alle anderen auch: Vielen Dank für die Beiträge!

Liebe Grüße, ein wunderschönes Weihnachtfest und einen guten Rutsch wünscht
sunnies33

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